Sonntag, 14. Mai 2017

[Konzert] Welle: Erdball
Support: The Sexorcist
Samstag, 6. Mai 2017
Schlachthof, Wiesbaden
Wenn Welle: Erdball die bundesdeutschen Clubs und Hallen mit einer neuen Sendung bespielen, machen sie regelmäßig Station im Rhein-Main-Gebiet. So weit ich mich zurück erinnern kann waren sie dabei immer in der Opelstadt Rüsselsheim (von einem kurzen Abstecher nach Bingen abgesehen) zu Gast. Auf ihrer aktuellen Vespa 50N Special Tour bricht die Band mit dieser langjährigen Tradition und tritt in der großen Halle des Wiesbadener Schlachthofs auf, um ihre neue EP Gaudeamus Igitur dem geneigten Hörer vorzustellen.


Im Gegensatz zu vielen anderen Musikern legt die Band Wert auf Pünktlichkeit und so betritt exakt um 20 Uhr das Duo The Sexorcist die Bühne um das Publikum auf den Hauptact einzustimmen. So richtig will dieses Unterfangen mit Stücken wie „Brandenburg“, „Tokio“ oder „Vegan“ jedoch nicht gelingen. Die harten Beats zusammen mit den expliziten, provokanten (und nicht ganz Ernst gemeinten) Texten kommen nicht übermäßig gut an – immerhin haben eine Handvoll Besucher vor der Bühne sichtlich Spaß. Der Rest des Publikums hat sich über die gesamte Halle verteilt, redet, trinkt, oder hat sich gleich ganz vor die Tür der Halle verzogen. Das gut 45minütige Set endet schließlich mit einer sehr eigenwilligen Interpretation des NDW-Klassikers „Skandal im Sperrbezirk“ - für mich das beste Stück der Vorband.

Kaum ist der letzte Ton verklungen räumen Chris L. und Gunnar Kreuz die Bühne, während die hauseigenen Techniker hektisch letzte Hand an die Verkabelung und die Bühnendekoration legen, damit es ohne größere Verzögerung weiter gehen kann.


Tatsächlich ist die Umbaupause in Rekordzeit abgeschlossen und Welle: Erdball machen sich für ihren großen Auftritt bereit. An den Bühnenrändern knattern schon fröhlich (nach anfänglichen Startproblemen) die beiden Vespas mit denen die vier Bandmitglieder, ganz im Sinne des Tourmottos, auf die Bühne fahren. Derweil läuft „Gaudeamus Igitur“, der Titeltrack der neuen EP aus den Boxen. Nachdem die Musiker ihre Positionen eingenommen haben und das Konzert traditionell mit „Funkbereit!“ einleiten, sehe ich im Publikum viele fragende Gesichter. Auch ich bin etwas verwirrt, stehen dort oben mit Honey und Lady Lila nur 50 Prozent der bekannten Besetzung. Doch statt einer Erklärung folgen „Vespa 50N Special“ und „Nur mit mir allein“ vom neuen Tonträger, bei denen sich Honey und Lady Lila am Mikrofon abwechseln. Bei „Nerdfaktor 42“ hat dann endlich der Commodore C64, das eigentliche Aushängeschild der Band, seinen Einsatz. Zum ersten Mal an diesem Abend kommt tatsächlich Bewegung ins Publikum – es ist auch schwer sich dem minimalen, aber eingängigen Rhythmus zu entziehen. Das folgende „Stirb mir nicht weg“ entstand im letzten Jahr Jahr im Rahmen eines Workshops auf dem Amphi-Festival und gedenkt im Intro der prominenten Toten des Jahres 2016. Erst danach liefert Honey eine Erklärung für das Fehlen der beiden Bandmitglieder und stellt gleichzeitig den Ersatz auf der Bühne vor. Sowohl A.L.F. als auch Fräulein Venus stehen für die laufende Tour aus familiären Gründen leider nicht zur Verfügung, stattdessen übernimmt Andy Berberich, normalerweise der Mann im Hintergrund, die Tastenarbeit, während Emma Peel für Mikrofon und Moderation zuständig ist.
Schon ein paar Jahre ist das folgende „Der Türspion“ alt, das vom Publikum trotzdem nach Kräften gefeiert wird und vor allem mit einer gelungenen optischen Präsentation unterhalten kann. „Die letzte Chance zu leben“ liefert eine sehr spezielle Mischung aus Alleinunterhalter-Keyboards, einem Bubble-Gum-Refrain und einem beinahe schlagerhaften Vortrag von Honey. Eine sehr gewöhnungsbedürftige Nummer, die sich aber unbestreitbar im Gehörgang festsetzt und den ganzen Saal zum Tanzen bringt. Ähnlich eingängig aber deutlich ruhiger, und für mich eines der Highlights von Gaudeamus Igitur, ist das von Lady Lila vorgetragene „L'inconnue de la Seine“. Es folgt das stampfende „20.000 Meilen unter dem Meer“, bei dem vor allem der Refrain hängen bleibt. Schließlich endet der erste Teil des Sets nach einer guten Dreiviertelstunde mit „FanFanFanatisch“, der wohl bisher tanzbarsten, druckvollsten Nummer des Abends. In der, leider nur halb vollen, Halle gibt es zu diesem Zeitpunkt eigentlichen niemanden mehr der still steht.

Die sich daran anschließende Pause dürfte die kürzeste sein, die ich jemals auf einem Konzert erlebt habe. Während die beiden Moderatorinnen von der Bühne gehen, stöpseln Andy und Honey einige (zu kurze) Kabel um und verschieben Instrumente. Schon nach handgestoppten zwei Minuten geht es wieder mit der Sendung weiter.

Ganz in weiß und mit aufblasbaren Flügeln betritt Lady Lila die Bühne um den zweiten Teil mit „1000 Engel“ zu eröffnen. Hier ist es vor allem die Optik die überzeugen kann; dem Stück selbst fehlt, wie ich finde, das gewisse Etwas. Nach diesem etwas ruhigeren Intermezzo ziehen Welle: Erdball das Tempo mit „Wir wollen keine Menschen sein“ wieder deutlich an. Treibende Beats, eine einfach gestrickte Melodie und den eingängigen Text – mehr braucht es nicht um gut 600 Leute zum Tanzen zu bringen. Die Hymne der Verschwörungstheoretiker, „23“, darf natürlich nicht fehlen, ebenso wie „Die Liebe der 3. Art“. Hier bekommt der treue C64 eine kurze Verschnaufpause während die komplette Musik zu dem Stück von einem Nintendo DS geliefert wird. Über 20 Jahre alt ist mittlerweile „Wo kommen all die Geister her“ - und für mich immer noch eines der besten Stücke der Band. Das Theremin, mit seinem extrem charakteristischen Klang, hat an diesem Abend einen Wackelkontakt und gibt stellenweise merkwürdige Geräusche von sich und auch der Text wurde in einigen Passagen den aktuellen technischen Gegebenheiten angepasst. Mittlerweile wird jedes Stück gefeiert und das komplette Publikum bewegt sich im Takt der Musik.
 

Ein Standard auf Konzerten der Band ist schon seit vielen Jahren „Schweben, fliegen, fallen“, bei dem die beiden Moderatorinnen riesige Bälle ins Publikum werfen, die sich zu begehrten Trophäen entwickelt haben. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt großartig, die Besucher singen lautstark mit und auch die Band hat sichtlich Spaß an dem Auftritt. Eine kurze Verschnaufpause gibt es mit dem Frühwerk „Ich bin nicht von dieser Welt“ und „Alles Lüge“ vom 2006er Album Chaos Total. Als ein Ölfass auf die Bühne gerollt wird jubelt der Saal, denn die erfahrenen Konzertgänger wissen, dass nun „Arbeit adelt“ folgt. Extrem eingängig und tanzbar ist dieses Stück ebenfalls schon seit Jahren völlig zu Recht ein Publikumsliebling. Während sich Honey ein wenig zurückzieht übernehmen Emma Peel und Lady Lila das Mikrofon und sorgen mit dem „8-Bit-Märchenland“ für eine dringend benötigte Ruhepause. Zwischen „VW Käfer“ und „Feuerwerk“ darf der Hinweis auf die obligatorischen Unterschriftenlisten und Spendenaktionen am Merchandise-Stand nicht fehlen. Schon seit Jahren unterstützt die Band den Deutschen Tierschutzbund e.V. und die SOS-Kinderdörfer, so auch bei diesem Auftritt in Wiesbaden.


Nach knapp zwei Stunden kündigt Honey das baldige Ende des Konzertes an, allerdings wäre so ein kurzer Auftritt ungewöhnlich für die Band. Als dann der Sound von Triebwerke aus den Boxen dröhnt ist es Zeit für „Starfighter F-104g“, ein weiterer Fixpunkt bei den Auftritten. Während Papierflieger von der Bühne ins Publikum fliegen, werden in der Halle die letzten Reserven mobilisiert und ausgelassen getanzt. Anscheinend hat die Band immer noch Lust zu spielen und diesem vermeindlich letzten Stück folgt das von mir sehr geschätzte, zuckersüße „Poupée de Cire“ bei dem wieder Lady Lila das Mikrofon übernimmt. „Graf Krolok“, „Deutsche Liebe“ und das lautstark geforderte „Monoton & Minimal“ müssen ebenfalls gespielt werden, obwohl Honey jedes Lied als das wirklich allerletzte ankündigt. Schließlich geht die Sendung dann doch zu Ende und Welle: Erdball verabschieden sich mit „Es geht voran“ dann tatsächlich nach "nur" 2 1/2 Stunden in den Backstage-Bereich.



Meist folgen die Konzerte von Welle: Erdball einem bestimmten Schema und auch dieser Auftritt im Schlachthof in Wiesbaden sollte dabei keine Ausnahme bilden. Der erste Teil des Sets konzentrierte sich weitgehend auf das Material der neuen Sendung, während der zweite, deutlich längere Teil einen Querschnitt durch das beinahe 25jährige Schaffen der Band bietet. Auch die Kostümwechsel der beiden Moderatorinnen, die zahlreichen Accessoires, Filmprojektionen und die nüchternen, lakonischen Moderationen von Honey gehören eigentlich schon lange zum Standardprogramm. Und obwohl ich im Laufe der Jahre schon bestimmt bei sieben oder acht Konzerten war, wird es dennoch nicht langweilig. Die Stimmung im Publikum war schlicht großartig, die Band hatte Spaß und die Setlist aus neuem Material und liebgewonnenen Klassikern schaffte es (fast) immer die Lieblingslieder der Zuhörer punktgenau zu treffen. Wirklich perfekt wäre der Auftritt noch mit „Die Moorsoldaten“ gewesen, aber ich will mich nicht beschweren – wo bekommt man noch so viel gute Unterhaltung für sein Eintrittsgeld geboten. Im Laufe der Jahre ist es Welle: Erdball gelungen die Mischung zwischen Musik, optischer Präsentation und Show zu perfektionieren. Natürlich muss man diese Art der minimal-elektronischen Musik mögen – dann bekommt man aber auch ein fantastisches Konzerterlebnis geboten.
Auch der dazugehörige technische Rahmen passte an diesem Abend. Die Leute hinter den Mischpulten hatten Sound und Licht hervorragend im Griff; einzig die Vocals der Moderatorinnen hätten stellenweise etwas lauter sein können. Ansonsten gab es, wie eigentlich in letzter Zeit immer im Schlachthof, rein gar nichts von dieser Seite auszusetzen.



Montag, 1. Mai 2017

[Konzert] Courtesans
Samstag, 22. April 2017
The Water Rats,London

Ich steckte schon mitten in den Reisevorbereitungen für meinen diesjährigen London-Urlaub und den Besuch der SALUTE, als ich Mitte März eine ominöse Mail in meinem Posteingang fand. In dieser wurde ein „secret gig“ von The Raging Whoremoans angekündigt, einer Band von der ich bisher noch nie gehört hatte. Es dauerte einige Augenblicke bis ich realisierte, dass es sich dabei um die Courtesans, eine vierköpfige Band aus London handelt, deren beide Alben ich in der Vergangenheit rezensiert hatte. Im Hinterzimmer von The Water Rats, einem kleinen Pub in Kings Cross, sollte die Veröffentlichung der neuen EP Better Safe Than Sober mit einer Handvoll Gäste gefeiert werden. Da dies wunderbar mit meinen Urlaubsplänen zusammenpasste und die vier Damen wohl leider nicht in absehbarer Zeit zu einer Tour aufs Festland kommen, sagte ich natürlich gerne zu.


Nachdem ich schon seit 6 Uhr morgens auf den Beinen bin und den Großteil des Tages auf einer anstrengenden Messe verbracht habe, bleibt mir nur wenig Zeit mich im Hotel auszuruhen und durchzuschnaufen. Da ich mir nicht sicher bin wie lange der Weg quer durch die Stadt dauert, setze ich mich gegen 21.30 Uhr in die Bahn in Richtung Kings Cross. Die Fahrt geht erstaunlich schnell und ich habe vor Ort noch ein bisschen Zeit mich umzusehen. Natürlich bin ich zu früh am The Water Rats und der Türsteher schickt mich quer durch den gut gefüllten Pub in den Hinterraum. Bisher haben sich noch nicht übermäßig viele Besucher hierher verirrt und ich kann mir einen Platz an einem der Tische sichern. An der Bar muss ich dann zu meinem Entsetzen feststellen, dass hier Wodka mit Bitter Lemon praktisch unbekannt ist und der Barkeeper stattdessen Zitronenlimonade zum Mischen nimmt – eine traumatische Erfahrung.

Ich habe es mir grade gemütlich gemacht, da werde ich vom Tontechniker auch schon wieder aus dem Raum gescheucht; es müssten noch einige Vorbereitungen abgeschlossen werden. Die Wartezeit im Pub überbrücke ich mit einem weiteren Getränk, während aus den Boxen 1980er-Wave läuft – kurioserweise auch das unsägliche „99 Luftballons“. Kurz nach 23 Uhr ist dann anscheinend doch alles bereit und die Tür in den Hinterraum öffnet sich wieder. Die Stühle sind zwischenzeitlich alle besetzt und so suche ich mir eine gemütliche Ecke auf der anderen Seite des Raumes, unmittelbar an der Bühne. Die Stimmung ist erstaunlich locker und familiär; viele der Besucher sind deutlich jünger als ich und kommen anscheinend aus dem direkten Umfeld der Band.



Das Intro bestreitet die Singer-Songwriterin Cherie, die sich selbst auf der Gitarre begleitet. Vier Stücke, allesamt langsam, melancholisch und mit zerbrechlich wirkender Stimme vorgetragen, laden dazu ein, die Augen zu schließen und einfach zuzuhören. Wobei das für mich grade nicht ohne Risiko ist, bin ich doch nicht mehr wirklich fit. Bevor ich jedoch laut schnarchend unter die Bühne rutsche, besorge ich mir lieber noch etwas zu trinken – was mich dann wieder ein wenig aufweckt.
Nach einer kleinen Pause startet das Intro vom Band, doch schon nach wenigen Sekunden streikt die Technik und Sängerin Sinéad muss die Panne überbrücken. Nachdem die Probleme behoben sind, legen Bassistin Agnes, Gitarristin Saffire und Schlagzeugerin Vikki mit „Scream“, dem Opener des ersten Albums
1917, los – während die Sängerin vor der Bühne entspannt an ihrem Bier nippt. Während der Song langsam Fahrt aufnimmt ist die Band mittlerweile vollständig und liefert eine schöne Einleitung ab, auch wenn der Gesang doch sehr leise ist. Beim folgenden „Liberate“ kommen die Vocals deutlich kräftiger aus den Lautsprechern, und auch die Zuschauer trauen sich ein wenig weiter an die Bühne heran – allerdings erst nach expliziter Aufforderung. Danach kommt auch tatsächlich Bewegung in die gut 50 geladenen Besucher und die meisten wippen zumindest im Takt mit.
Während mir „Mesmerise“ in der Album-Version nicht ganz so gut gefällt ist die Live-Version eine ganz andere Angelegenheit. Hier schaffen es die vier Damen den Druck aufzubauen, den ich bei dem Stück vermisst habe. Ob dies nun an der Bühnenpräsenz der Band liegt, an der heimeligen Pub-Atmosphäre, an meiner eigenen Stimmung oder an einer Mischung dieser Komponenten kann ich nicht eindeutig festmachen – auf jeden Fall eins meiner Lieblingsstücke an diesem Abend. Für einen Gänsehautmoment sorgt anschließend „Lullaby“ das, praktisch nur von Bass und Schlagzeug getragen, mit mehrstimmigem Gesang aufwarten kann. Der ganze Raum lauscht andächtig und wiegt dezent im Takt mit, wahrscheinlich das atmosphärisch dichteste und intimste Stück an diesem Abend. Etwas schwungvoller geht es bei „Fubar“ zur Sache, das ich bisher noch nicht kannte. Ruhige und rockige Passage wechseln sich hier ab und es kommt wieder etwas mehr Bewegung in die Zuschauer. Zusammengehalten wird das Stück durch das Schlagzeug von Vikki Frances, die stoisch ihren leicht scheppernden Beat schlägt, während ihre Mitmusikerinnen ihre Parts drumherum drapieren. Es folgt mein ganz persönliches Highlight, „Genius“ vom Debüt, das vor allem durch den mehrstimmigen Gesang lebt. Wieder ist es das Schlagzeug, das hier dominiert, werden Gitarre und Bass nur sehr reduziert zum Einsatz kommen – von der Schlussphase des Stückes einmal abgesehen. „Knowhere“, „John Doe“ und „Feel the Same“ stammen von der neuen EP und sorgen dafür, dass das Publikum nach den vorangegangenen, etwas ruhigeren Stücken wieder etwas mehr Einsatz zeigt.
Auch das folgende „Monkey Logic“ habe ich bisher noch nicht gehört, allerdings gefällt mir das Stück recht gut. Wütend gerappte Vocals werden von gesampelten Sprachschnipseln und einem zuckersüßen Chorus unterbrochen, wechseln in normalen Gesang nur um dann wieder im Sprechgesang zu enden. Die Musik orientiert sich am Cross-Over der 1990er Jahre und kommt trotz einer gewissen Härte und Aggressivität doch sehr melodisch aus den Boxen. Die Band beschließt den Abend mit „A Little Bit Of Luck“, eigentlich eine Dance-Nummer aus dem Jahr 2000. Das Schlagzeug gibt den Rhythmus vor, während Bass und Gitarre sich zu Beginn auffällig zurück halten und erst später ihren richtigen Einsatz haben. Die Vocals pendeln zwischen verschiedenen Tonlagen und Geschwindigkeiten, ein schöner Kontrast, der gut zur Instrumentierung passt. Das Stück gefällt mir deutlich besser als das Original und liefert einen gelungenen, aber leider viel zu frühen, Abschluss für dieses Konzert.


Nach dem letzten Stück leert sich der Raum erstaunlich schnell und ich beeile mich die Damen am Merchandise-Stand zu treffen. Während ich darauf warte das jemand einen Stift zum Signieren organisiert, habe ich die Gelegenheit mich ein wenig mit Agnes und Sinéad zu unterhalten und mir das restliche Merch-Angebot anzuschauen. Schließlich habe ich die Unterschriften der vier Musikerinnen auf den CDs die ich für eine Freundin mitbringen soll und überlege ob ich noch zur After-Show-Party mit DJ Oestrogen bleibe. Bald sehe ich jedoch ein, dass ich mich langsam auf den Weg machen muss, will ich im Hotel ankommen.
Glücklicherweise fahren die Londoner U-Bahnen mittlerweile auch nachts, so dass ich mich nicht mit Nachtbus oder Taxi quer durch die Stadt quälen muss. Nach gut einer halben Stunde erreiche ich schließlich, mittlerweile ziemlich fertig, mein Hotel. Ich schaffe es grade noch mich ins Bett zu schleppen, wo ich dann auch einen Großteil des folgenden Sonntages verbringe.


Die Courtesans liefern an diesem Abend ein tolles und sehr familiäres, wenn auch leider viel zu kurzes, Konzert ab. Die Bandmitglieder sind entspannt, machen Späße mit dem Publikum, beklagen sich über den Biermangel und liefern einen guten, energiegeladenen Auftritt ab. Abgesehen von den kleinen Problemen zu Beginn des Konzertes macht der Tontechniker seinen Job sehr ordentlich und findet eine ausgewogene Balance zwischen Instrumenten und Stimmen. Der Sound ist deutlich rauer und dreckiger als auf CD, was den Stücken aber sehr gut zu Gesicht steht. Zwei, drei Stücke habe ich auf der Setlist vermisst; entschädigt wurde ich dafür aber unter anderem mit einer ziemlich guten Cover-Version von „A Little Bit Of Luck“ und dem wirklich überzeugenden „Mesmerise“.

Wer sich selbst einen Eindruck von der Musik der vier jungen Damen machen möchte, findet auf der Homepage der Band mehrere Lieder und Videos.


Donnerstag, 27. April 2017

[Messe] SALUTE '17
Samstag, 22. April 2017
ExCeL,London


Die letzten beiden Jahre hatte ich leider aus beruflichen Gründen auf den Besuch der SALUTE, eine der größten Miniaturen- und Tabletop-Messen überhaupt, in London verzichten müssen. Diesmal begann ich schon Ende 2016 mit den Reisevorbereitungen: Buchungen für Flug, Hotel und Veranstaltung waren schnell erledigt - Dank schwachen Pfundkurses auch einigermaßen erschwinglich. Sogar der Urlaub wurde problemlos genehmigt und ich konnte einige Tage dran hängen um mich von den Strapazen der Messe zu erholen. Einzig der Umtausch des Geldes schien eine größere Sache zu sein. Konnte ich in früheren Jahren einfach zu meiner Hausbank gehen und mir das gewechselte Geld mitnehmen, so musste ich nun eine Woche im Voraus bestellen, die gewünschte Stückelung angeben und noch einige andere Formalitäten abwickeln. Nachdem ich diese Hürde gemeistert hatte, war es lediglich eine Geduldsfrage bis zu den Osterfeiertagen zu warten und dann den Flieger in Richtung des Vereinigten Königreichs zu besteigen.


Da ich praktisch komplett durch die ganze Stadt muss um die ExCeL-Messehallen zu erreichen, mache ich mich an einem erstaunlich sonnigen Samstag Morgen kurz nach 7 Uhr auf den Weg in die Docklands. Die U-Bahn ist erfreulich leer, was das Umsteigen und den Stationswechsel deutlich vereinfacht. Ausnahmsweise sind in diesem Jahr auch keine wichtigen Haltestellen wegen Bauarbeiten gesperrt und ich kann dankenswerterweise auf die Bus- und Taxi-Odysseen der letzten Jahre verzichten. Als ich die ExCeL nach gut einer Stunde erreiche sind schon deutlich mehr Menschen auf den Beinen – in erster Linie liegt das wohl an der parallel stattfinden Anmeldung für den London Marathon in einer der benachbarten Hallen. Ich kann mir grade einen kurzen Überblick verschaffen, da werden auch schon die Tore für die Wartehalle geöffnet, damit die zu erwartenden Horden nicht die Durchgänge blockieren.
Während sich die Halle langsam aber stetig füllt, nutze ich die Zeit um einen Blick in meine Goodie Bag zu werfen. Leider finde ich hier keines der „Golden Tickets“ mit Einkaufsgutscheinen, sondern nur die üblichen Sachen. Die traditionelle Messefigur mit einer Fahnenträgerin zur Zeit der Russischen Revolution (dem Thema der diesjährigen SALUTE), eine Miniatur zu Wild West Exodus, einem Steampunk-Western-SciFi-Tabletop sowie einen Gutschein für eine dritte Figur, einen schnöden Zombie. Natürlich liegt auch der obligatorische Würfel in der Tüte, zusammen mit den Flyern und Rabattscheinen für verschiedene Stände. Mich interessiert aber aktuell eher das Begleitheft zur Veranstaltung. Hier finden sich nicht nur Artikel über das diesjährige Thema und die Vorstellung einzelner, besonderer Projekte, sondern auch die Übersicht über Händler und Spieltische – natürlich lag mein Plan, den ich mir in den Wochen zuvor ausgearbeitet hatte, zu Hause.
Schließlich haben die Organisatoren ein Einsehen, die eigentliche Messehalle wird kurz nach 10 Uhr geöffnet und die Massen setzen sich langsam und überaus gesittet in Bewegung. Kein Vergleich zu den traumatischen Erlebnissen auf der SPIEL in den letzten beiden Jahren.


Wie eigentlich immer, führt mein Weg zu den Herren, die Damen blieben diesmal zu Hause, von Freebooter Miniatures. Die Crew von Werner Klocke hat ein paar schicke Neuheiten im Gepäck, deren Kauf ich allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschiebe. Nach einem kurzen Schwatz mache ich mich daran meine eigentliche Shopping-Liste abzuarbeiten. Diese ist in erstaunlich übersichtlich ausgefallen, obwohl ich noch für Freunde einige Kleinigkeiten mitbringen soll.
Los geht es bei Warlord Games, die in den letzten Jahren rasant gewachsen sind und mittlerweile auch jenseits des historischen Tabletops ihre Anhänger finden. Schnell habe ich die beiden gesuchten Boxen gefunden und lasse mir noch ein wenig Zeit, um die Neuheiten zu betrachten. Das Fantasy-Skirmish-Kampagnenspiel Frostgrave hat sich mittlerweile auch hierzulande eine recht große Spielerschaft erarbeitet und hier konnte ich einen Blick auf kommende Erscheinungen und die mittlerweile erstaunlich umfangreiche Miniaturenauswahl werfen. Ganz frisch hinzu gekommen ist Test of Honour, bei dem sich kleine Samurai-Trupps gegenüberstehen. Die Figuren verkaufen sich augenscheinlich gut und auch das MDF-gelaserte Gelände macht auf dem Spieltisch eine sehr gute Figur. Besonders gespannt war ich allerdings auf das Doctor Who-Tabletop Into the Time Vortex, dass bereits seit zwei Jahren angekündigt ist. Einen ersten Vorgeschmack gibt es nun mit Exterminate!. Wie der Name vermuten lässt stehen sich in diesem, wie ich finde sehr einfach gehaltenen Skirmish-Spiel, Daleks und Cybermen gegenüber. Ich werde es sicherlich im Auge behalten, aber die große Starter-Box muss ich nicht den restlichen Tag mit mir herum schleppen – von der Heimreise ganz abgesehen.
Meine nächste Anlaufstelle ist etwas versteckt gelegen und ich finde den Stand erst beim dritten Anlauf. Studio Miniatures haben eine reichhaltige Auswahl an modernen Zombie-Miniaturen und für ein kleines Spiele-Projekt brauche ich noch einige Nazi-Zombies. Daneben gibt es an diesem Tag zum ersten Mal die neuen, an Horror- und Splatterfilme angelehnten, Figuren zu kaufen. Hier muss ich mich tatsächlich zusammenreißen, um nicht das komplette Sortiment einzupacken. Für den Anfang reichen mir aber drei Blister - zur Not kann ich immer noch später nachordern.
Mittlerweile stehen schon die ersten Exponate für den Malwettbewerb in den Vitrinen und ich nehme mir ein paar Minuten Zeit um einzelne Stücke gründlich zu betrachten. Das Niveau hat in den letzten Jahren doch merklich angezogen und meine Figuren, mit denen ich 2008 noch eine Kategorie gewinnen konnte würden höchstens noch als gehobenes Mittelmaß durchgehen. Nichtsdestotrotz werde ich weiter an meinem Diorama basteln (das eigentlich schon dieses Jahr eingeplant war) und hoffen, dass ich es für den Wettbewerb im nächsten Jahr fertig stelle. Dieser kleine Abstecher hat mich zwar ein wenig deprimiert aber auch motiviert und nach einer kurzen Mittagspause mit Sandwich, Scotch Egg und Gebäck geht es schließlich weiter zur Runde 2.


Auf meinem Plan habe ich als nächstes Modiphius stehen, die es in Rekordzeit geschafft haben, sich auf dem Rollenspielmarkt einen Namen zu machen. Damit nicht genug, dehnen sie ihre Aktivitäten mittlerweile auch auf den Brettspiel- und neuerdings auf den Tabletop-Bereich aus. Lange angekündigt, nun endlich fertig, packe ich die Regeln für Achtung Cthulhu! ein, das Skirmish-Tabletop zum gleichnamigen Rollenspiel. Hier stehen die tapferen, in okkulten Künsten bewanderten, Alliierten den fiesen Nazi-Schergen gegenüber, die sich mit allerlei Mythos-Kreaturen verbündet haben. Die Kernstruktur des Spielsystems ist eine Variante des schon länger bekannten Dystopian Legions und funktioniert eigentlich recht solide, ohne dabei das Rad neu zu erfinden. Über das, mit einem Banner angekündigte, Fallout – Wasteland Warfare kann mir allerdings auf Nachfrage niemand wirklich greifbare Informationen liefern. Auf jeden Fall wird es ein Tabletop, angesiedelt im Setting des gleichnamigen Computerspiels und zumindest die ersten Render der Figuren sehen vielversprechend aus. Über einen konkreten Erscheinungstermin, Kosten oder gar Fragen zur Art des Systems konnte/wollte/durfte mir keiner der Anwesenden beantworten. So bleibt mir nur gespannt zu warten, wie die Umsetzung aus der virtuellen Welt auf den heimischen Spieltisch funktionieren wird. [Edit: Der Veröffentlichungstermin wurde mittlerweile in einer Pressemeldung für November 2017 bestätigt; weitere Details folgen.]
Nachdem ich auch noch die letzten Einkäufe, zumeist nur Kleinkram, erledigt habe, kann ich mich endlich auf die Spieltische konzentrieren. Zum einen handelt es sich dabei um Demotische von Herstellern oder Händler, bei denen die Besucher neue, kommerziell erhältliche Systeme antesten können. Ein Höhepunkt der Veranstaltung für mich sind jedoch die Tische der zahlreichen „Wargaming Clubs“, die ihre selbst entwickelten Spiele vorstellen. Leider kann ich in der kurzen Zeit nur eines davon antesten und zwei weiteren zumindest zuschauen. Sehr lustig ist das Hexenrennen um die Unsichtbare Universität, angesiedelt auf der Scheibenwelt von Terry Pratchett. Präsentiert vom Grantham Strategy and Gaming Club entwickelt sich der Flug auf den Besen ziemlich schnell zu einer wüsten Schlägerei, bei der meine Hexe gegen einen unglücklich platzierten Gargoyle knallt und auf den letzten Metern ausscheidet. Auch die spielerische Umsetzung von Jurassic Park des Bexley Reapers Wargaming Club mit riesigen Plastiksauriern die in einem urzeitlichen Wald Jagd auf Menschen machen, macht einen sehr spaßigen Eindruck. Einige Spieltische, eher mit konventionellen Systemen bestückt, beschäftigen sich auch mit dem Thema der diesjährigen SALUTE, der Russischen Revolution. Eine Fortsetzung findet die gewaltige Schlacht The Brotherhood of Mars aus dem letzten Jahr: Gespielt nach Warhammer 40.000-Regeln treffen hier normale Infanterie-Soldaten, Kriegsmaschinen und ein gutes Dutzend gewaltiger Titanen aufeinander um sich gegenseitig in den Staub des Roten Planeten zu treten. Soweit ich mitbekommen haben es die acht Spieler in sechs Stunden immerhin bis zur dritten Runde geschafft.
Mir fallen in diesem Jahr gleich mehrere Spiele ins Auge, die mit Western-Thematik in der Spielergunst punkten wollen. Da ist das mit großem Aufwand präsentierte Wild West Exodus von Warcradle Studios mit seinem extrem wilden Mix aus Western, Steampunk und Science Fiction. Weder das Spielsystem noch die Figuren (von einigen Ausnahmen abgesehen) sprechen mich dabei aber wirklich an. Viel besser gefällt mir das relativ einfach gehaltene System von Dead Man's Hand, das bereits in einer deutschen Übersetzung vorliegt. Mit der Erweiterung The Curse of Dead Man's Hand verabschiedet sich Great Escape Games vom rein historischen Tabletop und integriert fantastische Aspekte in den Spielablauf. Das macht auf den ersten Blick einen durchaus praktikablen Eindruck – allerdings finde ich einen Großteil der hierfür erscheinenden Figuren schlicht scheußlich. Einer meiner aktuellen Lieblinge ist dagegen das Western-Steampunk-Crossover-Spiel Malifaux, für das es zwar keine spektakulären Neuheiten auf der Messe gibt, aber dafür einige hübsche Demotische und Schnäppchen, die in kurzer Folge in meinen Rucksack wandern. Zwischendurch nehme ich mir immer mal wieder die Zeit für ein Schwätzchen mit Bekannten denen ich zufällig über den Weg laufe oder hole mir Shopping-Tipps ab.
Da ich es die letzten beiden Jahre leider nicht auf die SALUTE geschafft habe, muss ich auch unbedingt am Stand der South London Warlords, den Organisatoren der Veranstaltung, vorbei um mir die letzten Messefiguren zu holen. Für den lächerlichen Preis von einem Pfund pro Miniatur wandern auch diese in meinen Rucksack, zusammen mit noch einigen Würfeln, einem Shirt, mehreren Buttons und anderem Kleinkram. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Sachen kommt wie immer einigen Charity-Projekten zu Gute, entsprechend großzügig zeigen sich auch die Käufer, die den Stand im Laufe des Tages fast vollständig leer räumen.
Ein Blick auf die Uhr lässt mich leicht panisch zusammenzucken – nur noch zwei Stunden bis die Messe schließt und ich habe nicht mal annähernd alles gesehen, von meinem noch nicht befriedigten Konsumbedürfnis ganz zu schweigen.


Nachdem am Stand von Steamforged Games praktisch den ganzen Tag über reger Andrang herrschte haben sich die Reihen mittlerweile deutlich gelichtet und ich kann riskieren, mich ein wenig umzusehen. Ein Teil der Aufregung ist sicherlich der Season III ihres Fantasy-Football-Spiels Guild Ball geschuldet, das mit den Farmern auch ein neues Team vorweisen kann. Ebenso großes Interesse herrscht bei der Umsetzung des Computerspiels Dark Souls, dass in Kürze auf den Markt kommen sollte. Mich spricht allerdings weder das Gameplay noch die Optik an – wobei mir auch die Computerversion seinerzeit nicht sonderlich zugesagt hat.
Ich kann nicht über die SALUTE gehen, ohne bei einigen Figurenherstellern vorbei zu schauen. Grade Kevin White von Hasslefree schafft es immer wieder, neue, schicke Miniaturen zu veröffentlichen, die ich unbedingt haben will – und wahrscheinlich nie anmalen werde. Vor eine größere Entscheidung werde ich nebenan bei Heresy gestellt. Mit der „Madame“ steht hier ein wirklich großartiges (wenn man auf Tentakel steht) Modell in der Vitrine. Finanziell wäre der Brocken für mich eben noch so im Rahmen, aber das Gewicht spricht schließlich doch gegen eine Kaufentscheidung. Dennoch eine der Figuren, die in absehbarer Zeit in meine Sammlung wandern wird. Auch bei Fenris finde ich einige Kleinigkeiten, vor allem Geländestücke, für die ich bei meinen kommenden Projekten Verwendung finde. Figone aus Frankreich sind ebenfalls mit einer Auswahl ihrer hochpreisigen, aber sehr schönen Figuren vor Ort. Leider habe ich den Stand zu spät entdeckt und die Büste, für die ich mich interessiere ist schon seit geraumer Zeit ausverkauft. Bei Knight Models interessierte mich das momentan schwer im Trend liegende Batman Miniature Game. Tolle (aber leider auch sehr teure) Figuren der bekannten Charaktere aus dem DC-Universum, ein neuer Kampagnenband und eindrucksvolles Gelände machen den Stand zu einem Anziehungspunkt. Nebenbei entdecke ich in einer der Vitrinen auch die ersten Figuren für das demnächst erscheinende Harry Potter-Tabletop. Die Filmcharaktere sind ziemlich gut getroffen, leider stehen sie noch nicht zum Verkauf. Nachdem in den letzten Jahren der Schwerpunkt auf massiven Spielplatten lag, scheint dies sich nun gewandelt zu haben und Spielmatten sind aktuell schwer im Trend. Vor allem Deep-Cut Studio haben praktisch für jedes System eine oder mehrere Varianten im Angebot. Die Druckqualität ist ausgesprochen hoch, es stehen mehrere Materialien zur Auswahl und auch die Preise sind durchaus akzeptabel. Allerdings spricht das Gewicht und die Größe gegen einen Kauf auf der Messe. In diesem Fall bevorzuge ich dann doch den Versandweg. Neben viel neuem Material für ihre bestehenden Miniaturenlinien stellt Perry Miniatures in diesem Jahr auch ihr erstes eigenes Spielsystem vor. Mit TravelBattle kann der Tabletop-Junkie napoleonische Schlachten im Kleinstformat schlagen. Eine nette Idee, allerdings nicht meine bevorzugte Thematik.
Eine letzte Anlaufstation sind für mich GCT Studios, die erst vor kurzem mit The Pioneers Program ihr Spektrum in den Brettspielbereich ausgedehnt haben. Allerdings bin ich in erster Linie wegen Figuren für das fantastisch-asiatische Skirmish-Tabletop Bushido hier. Die Neuerscheinungen für meine beiden Fraktionen halten sich in einem sehr überschaubaren Rahmen, aber es gibt einige sehr schicke Modelle, die ich mir nur zum Malen hole – leider ist der Panda-Kampfmönch allerdings schon ausverkauft.


Während ich langsam in Richtung Ausgang schlendere schaue ich immer wieder in die deutlich gelichteten Auslagen der verschiedenen Stände um vielleicht doch noch ein letztes Schnäppchen zu machen. Auch sonst macht sich in der Halle langsam Aufbruchstimmung breit; die Spieltische werden abgeräumt, die Figuren aus den Vitrinen geholt und die Einnahmen gezählt. Ich sehe zwar noch einige durchaus interessante Dinge, die aber zu sperrig oder zu zerbrechlich sind, als dass ich sie auf der Heimreise mitnehmen könnte. So begnüge ich mich damit Flyer, Prospekte und Visitenkarten einzusammeln und mir die Sachen später zu bestellen.
Nach einer weiteren Stunde in der Bahn komme ich schließlich ziemlich kaputt im Hotel an, wo ich meine (erstaunlich magere) Ausbeute sichte. Die Zeiten der exzessiven, wahllosen Miniatureneinkäufe sind bei mir anscheinend vorbei – dafür liegen nun einige ausgewählte, teils rare Stücke vor mir. Glücklicherweise ist der Konsum aber nur ein Teilaspekt der SALUTE: Mindestens ebenso wichtig ist mir mittlerweile das ganze Drumherum – die Testspiele, das Fachsimpeln mit Gleichgesinnten oder der Malwettbewerb.


Für mich zählt diese Veranstaltungen nach wie vor zu den schönsten und angenehmsten ihrer Art. Die Besucher sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder bevorzugtem Spielsystem, ausgesprochen entspannt, man kommt schnell ins Gespräch und tauscht sich über die verschiedensten Aspekte des Hobbys aus. Natürlich kann ich in diesem kurzen Text nicht jeden Stand und jedes Spielsystem, das ich an diesem Tag gesehen habe erwähnen, davon abgesehen, dass ich nicht gar nicht die Zeit hatte, mir alles so genau anzuschauen, wie ich es gewollt hätte. Auf jeden Fall habe ich auch in diesem Jahr wieder viele spannende Dinge gesehen, mir Inspirationen für eigene Projekte geholt und neue Kontakte geknüpft. Vor allem die Präsentationen der zahlreichen Wargame-Clubs sind immer wieder faszinierend, selbst wenn die wirklich spektakulären Sachen in diesem Jahr ein wenig fehlten.

Ein paar mehr Bilder gibt es HIER.

Montag, 6. Februar 2017

 
[Messe] Spielwarenmesse 2017
Donnerstag, 2. Februar 2017
Nürnberg

Alle Jahre wieder versammelt sich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg alles, was in der Branche Rang und Namen hat zum großen Schaulaufen. Hier werden nicht nur die kommenden Neuerscheinungen präsentiert, es gibt auch die Gelegenheit sich im besten Licht zu zeigen. Daneben ist die Messe ein guter Zeitpunkt um Geschäfte abzuwickeln, neue Trends zu begutachten, zu sehen, was die Mitbewerber auf dem hart umkämpften Spielemarkt zu bieten haben, oder einige Fachvorträge zu besuchen. Im Gegensatz zur SPIEL in Essen steht dabei allerdings nicht das Spielen selbst im Vordergrund, sondern eher der wirtschaftliche Aspekt, was auch sehr schön am Publikum zu sehen ist. Grade auf dem deutschen Spielemarkt tut sich aktuell einiges - der französische Verlag Iello hat seine Kooperation mit dem Heidelberger Spieleverlag beendet und agiert nun zusammen mit Hutter Trade - Heidelberger hat dagegen mit Asmodee fusioniert, die ihr Firmengeflecht damit um ein weiteres Schwergewicht erweitern. Auch der britische Tabletopgigant Games Workshop scheint wieder etwas aktiver zu werden und drängt verstärkt in den Brettspiel-, aber auch in den Modellbaubereich, was aktuell in einer Zusammenarbeit mit Revell mündet.


Wie in den Jahren zuvor blieb mir auch 2017 wieder nur Zeit für einen eintägigen Abstecher nach Nürnberg, der dann entsprechend straff organisiert sein musste. Nach einigen Mails blieb mir zwischen den Terminen (theoretisch) noch genug Zeit mir auch den Rest der Messe anzuschauen. Fahr- und Eintrittskarte waren ebenfalls schnell beschafft und sogar der nötige Urlaub wurde, trotz grassierenden Grippewelle im Büro, anstandslos genehmigt. Und so machte ich mich dann, müde und verschlafen, früh morgens auf den Weg zum Bahnhof von wo aus mich ein Zug nach Frankfurt und anschließend nach Nürnberg bringen sollte. Tatsächlich war meine Bahn pünktlich und in Frankfurt wartete schon der ICE auf mich. Auch dieser Streckenabschnitt verlief ruhig und ereignislos, da hatte ich schon deutlich schlimmere Erfahrungen gemacht – sogar das W-LAN funktionierte, zumindest die meiste Zeit über. Einzig der Mitreisende gegenüber trübte mit seinem sehr ausdauernden und enthusiastischen Schniefen ein wenig die ansonsten entspannte Reise.


Wie in jedem Jahr führt mich mein erster Gang direkt vom Bahnhof zum Pressezentrum der Messe und dieses Mal bekomme ich sogar noch ein Schließfach – etwas woran ich in den vorherigen Jahren regelmäßig gescheitert bin. Nach einer kurzen Sichtung der ausliegenden Flyer und Presseinformationen mache ich mich auf zur ersten Runde durch die Messehallen. Mein Fokus liegt zwar eindeutig im Bereich der Brett- und Gesellschaftsspiele, aber natürlich lasse ich mir, als passionierter Tabletop-Spieler und Miniaturenmaler, nicht die Gelegenheit entgehen, bei einigen Firmen aus diesem Bereich vorbeizuschauen.


Sehr zentral gelegen und damit eine meiner ersten Anlaufstellen ist wie immer der Stand des spanischen Farbenherstellers Acrylicos Vallejo. Neben einigen neuen Hilfsmitteln zur Geländegestaltung fällt vor allem die neue Airbrush-Farbserie Mecha Color auf, die auf die Bemalung der gleichnamigen japanischen Kampfroboter abzielt. Daneben gibt es eine Vorführung zum Weathering, zum Altern von Modellen, zu sehen und ich kann mich nur mühsam losreißen und meinen Weg zum britischen Tabletop-Hersteller Games Workshop fortsetzen. Gerne hätte ich gewusst, wie es mit den Brett-, Karten- und Rollenspielen weitergeht, nachdem die Zusammenarbeit mit Fantasy Flight Games im letzten Jahr beendet wurde. Auch künftige Neuerscheinungen für die Tabletop-Spiele der Briten wollte ich mir anschauen. Allerdings findet sich am Stand nur eine (sehr kleine) Vitrine mit alten Miniaturen und ein Display in dem einige, ebenfalls schon recht betagte, Boxen präsentiert werden. Meine Fragen werden vom Standpersonal freundlich aber doch recht eindeutig abgewiegelt - sinngemäß in etwa „Leider können wir Dir darüber nichts sagen, wir sind nur zum Verkaufen hier!“. Hier habe ich doch tatsächlich etwas mehr erwartet, wirklich überrascht bin ich, nach der schwachen Vorstellung in Essen, aber auch nicht. Bei einem kurzen Abstecher zum Pinselhersteller Leonhardy lasse ich mir die Adressen einiger regionaler Händler geben, da der Hersteller leider keine Direktkunden beliefert und ich unbedingt einige Pinsel aus der Kappel-Serie haben möchte.
Als ich die Halle 10 erreiche läuft bei Kosmos grade die Vorführung einiger Zaubertricks, und trotz angestrengtem Beobachten kann ich nicht erkennen, wie die Kugeln unter den drei Bechern ausgetauscht werden. Passend dazu präsentiert der Verlag drei neue Sets mit verschiedenen Zaubertricks. Auch einen Barbie-Experimentierkasten gibt es neu im Sortiment, wobei da Farbwahl und Thematik immer noch den gängigen Klischees entsprechen. Die schon obligatorische Neuerscheinung für Catan liefert mit Die Legende der Seeräuber einige zusammenhängende Szenarien, die sich um die Ankunft der Freibeuter auf der einstmals so friedlichen Insel drehen. Sehr schick ist die Präsentation der drei demnächst erscheinenden Spiele aus der EXIT-Serie ausgefallen. Ein Teil des Messestandes ist zu einem plüschigen Salon umgebaut und die Besucher können hier selbst eine kurze Runde spielen. Mit Die verbotene Burg, Die Station im ewigen Eis und Die vergessene Insel wird wieder thematisch ein breites Spektrum abgedeckt. 5 Minute Dungeon ist ein kooperatives Kartenspiel, bei dem die Spieler unter Zeitdruck den Endgegner im Verlies besiegen müssen. Der erste Eindruck ist vielversprechend und die Illustrationen sind witzig – sicherlich ein Spiel, das ich mir genauer anschauen werde, wenn es im Mai auf den Markt kommt. Das Deduktionsspiel Sherlock sieht ebenfalls sehr nett aus, über den Spielmechanismus habe ich aber noch keine weitergehenden Informationen. In diesem Jahr wahrscheinlich unvermeidlich ist Luther – Das Spiel. Hier bereisen die Spieler Deutschland auf den Spuren des Reformators, sammeln Erfahrungspunkte und versuchen das berühmte Portrait Cranachs zu vervollständigen. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Neuerscheinungen zu sehen, allerdings reicht meine Zeit leider nur für einen Schnelldurchlauf.
Weiter führt mich mein Weg in die entgegengesetzte Ecke der Halle. Am Stand von Q Workshop informiere ich mich über die neuesten Würfelkreationen des polnischen Herstellers. Vor allem bin ich neugierig auf die angekündigten Cthulhu-Metall-Würfel, die im nächsten Monat über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert werden sollen. Die nette Dame am Stand kann mir sogar die Prototypen dieser Würfel zeigen und lässt mich einige Probewürfe machen - leider darf ich aber nicht fotografieren oder gar mitnehmen. Einen Gang weiter, wo sich die letzten Jahre der Stand des Heidelberger Spieleverlag befand stehen nur noch einige Vitrinen mit Neuheiten. Für Fragen und das komplette Verlagsprogramm werde ich in den ersten Stock zum Stand von Asmodee verwiesen.
Doch bevor ich mich auf den Weg dorthin mache gehe ich noch weiter zu Pegasus, die sich wieder im Spiele-Café niedergelassen haben. In Mein Traumhaus können die Spieler ihre wildesten Inneneinrichtungsfantasien ausleben. Optisch sehr hübsch, spricht mich allerdings weder die Thematik noch der Spielablauf sonderlich an – eher ein klassisches Familienspiel. In eine ähnliche Richtung geht Cottage Garden, bei dem die Spieler ihre Gartenparzelle mit ansprechenden Gewächsen ausstatten müssen. Viel spannender finde ich dagegen Axio von Reiner Knizia, hier werden Symbole aneinander gereiht um Punkte zu bekommen. Mit den geometrischen Formen vielleicht kein besonderer Blickfang, aber durchaus anspruchsvoll und spannend. Ansonsten sind schon wieder zahlreiche große und kleine Erweiterungen für die unendliche Munchkin-Serie in Arbeit. So konzentrieren sich die Booster Wilde Welpen, Krasse Kätzchen und Hipster auf einen bestimmten Themenschwerpunkt, während Grimme Mären sich mit der Märchenwelt auseinander setzt. Zum Munchkin-Sammelkartenspiel konnte ich aber leider keine Informationen finden. Dennoch ist es immer wieder erstaunlich, dass es den Autoren gelingt, aus dem Thema so viel heraus zu holen.
Da ich schon wieder hinter meinem Zeitplan hinterherhinke, verzichte auf eine ausführliche Tour durch die Neuheiten und kehre zurück in Halle 10 um mir nun den ersten Stock vorzunehmen.

Bei Iello gibt es mehrere Spiele zu entdecken, die in der Endphase ihrer Produktion sind und im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. Neben neuen Erweiterungen zur King of Tokyo-Serie ist für mich vor allem Mountains of Madness interessant. In diesem, auf der Geschichte von H.P. Lovecraft basierendem, kooperativen Brettspiel müssen sich die Spieler unter Zeitdruck einen Weg durch die Antarktis bahnen. Zumindest optisch macht das Spiel schon einen sehr guten Eindruck und auch aus spielerischer Sicht scheint es interessant, wenn auch ein wenig chaotisch, zu werden. Ebenfalls sehr hübsch, aber thematisch für mich nicht ganz so spannend, ist Bunny Kingdom von Richard Garfield, bei dem die Spieler mit ihren Nagern eine Landkarte besiedeln, Dörfer, Städte und Burgen errichten und dem Land seine Bodenschätze entreißen. Das Spiel bietet eine Mischung aus Draftmechanismus, Worker Placement, niedlichen Illustrationen und sehr opulenter Ausstattung und sollte gegen Ende des Jahres erscheinen. Im letzten großen Spiel, Arena: For the Gods, stehen sich bis zu vier Spieler mit ihren mythischen Helden gegenüber und versuchen die Gegner in den Staub der titelgebenden Arena zu schicken. Die Mechaniken sind eher aus dem Tabletop-Bereich bekannt und so dürfte das Spiel ein weiteres Bindeglied zwischen den Genres werden.
Amigo haben, wie gewohnt, eine ganze Palette kleiner, schneller Würfel- und Kartenspiele dabei, die sich in erster Linie an jüngere Spieler richten. Schon obligatorisch ist ein Vertreter der Bohnanza-Serie, diesmal zum 20jährigen Jubiläum; auch das hinterhältige Zwergenspiel Saboteur bekommt mit Das Duell neues Material für einen oder zwei Spieler. Bei den Neuheiten sorgen Lecker Mammut!, Schwarz Rot Gelb Extreme und Deja-Vu für eine gewisse Hektik am Spieltisch. Bei allen drei Spielen geht es im Prinzip darum, zeitgleich mit den anderen Spielern, möglichst schnell Karten in seinen Besitz zu bringen. Vom Grundprinzip ähnlich, spielen sich alle drei Neuerscheinungen recht unterschiedlich und bieten bei der Sammlung von prähistorischen Tieren, abstrakten Formen oder alltägliche Gegenstände kurzweilige Unterhaltung. Die Spiele sind zwar nett anzuschauen, eignen sich auch für eine schnelle Runde zwischendurch, aber mir fehlt dann doch ein wenig der Tiefgang. Andererseits bin ich nicht unbedingt die Zielgruppe für diese drei Spiele und jüngere Spieler dürften daran sicherlich Spaß haben.
Nebenan bei Schmidt Spiele liegt der Fokus ebenfalls auf dem Spielernachwuchs. Vor allem das unkomplizierte Würfelspiel Raffzahn dürfte Freunde finden, die sich um die Zähne/Punkte streiten. Auch Mistkäfer! ist ein eher lockeres Würfelspiel dass sich an spielebegeisterte Familien richtet. Etwas mehr Anspruch bringt Valletta auf den Tisch, bei dem die Spieler Rohstoffe sammeln müssen um mit diesen eine prächtige Stadt zu errichten. Das Spiel sieht sehr hübsch aus und auch die Umsetzung der Thematik scheint gut gelungen zu sein. Für Zocker die Aufbauspiele mögen ist es sicherlich einen Blick wert. Ganz besonders freue ich mich auf ein anderes Städtebauspiel - Citadels. Ursprünglich unter dem Namen Ohne Furcht und Adel veröffentlicht, wurde das Spiel überarbeitet und mit neuen Illustrationen ausgestattet. Auch die beiden Erweiterungen, eine davon nie in Deutschland erschienen, haben den Weg in die Box gefunden. Für mich schon beinahe ein Pflichtkauf!
War Asmodee vor gut zehn Jahren nur eingefleischten Spiele-Fanatikern ein Begriff, so kommt mittlerweile niemand mehr an dem französischen Verlag vorbei. Unter seinem Dach tummeln sich eine ganze Legion von Herstellern - das jüngste Mitglied in diesem Konglomerat ist der Heidelberger Spieleverlag, mit dem Anfang des Jahres fusioniert wurde. Entsprechend wächst auch die Standfläche von Jahr zu Jahr - allerdings ist die Aufteilung am Hauptstand diesmal etwas unglücklich. Die Neuheiten werden in einem langen, schmalen Schlauch präsentiert, in dem es regelmäßig zu Staus, Engpässen und kleineren Unfällen kommt. Dennoch drücke ich mich (mehrfach) durch den Gang um einen Blick auf die Spiele zu werfen. Besonders gespannt bin ich auf Arkham Horror – Das Kartenspiel, bei dem jeder Spieler ein Kartendeck zusammenstellt und sie gemeinsam versuchen die Großen Alten zu bekämpfen. Inhaltlich zwar nichts Neues in dieser Spielserie, aber spielerisch unterscheidet sich das Kartenspiel doch merklich von den anderen Teilen. Andere Ableger aus diesem Spieleuniversum sind ebenso ausgestellt, so die zweite Edition von Villen des Wahnsinns die sinnvoll Brettspiel und App verknüpft oder die neuen Erweiterungen zu Eldritch Horror und Das Ältere Zeichen. Auch zahlreiche, verschwenderisch ausgestattete, Brettspiele sind hier zu bewundern. Einige davon wurden im letzten Jahr über Crowdfunding-Kampagnen finanziert und werden nun für den regulären Markt veröffentlicht. So beispielsweise das apokalyptische The Others, bei dem sich eine kleine Gruppe von Helden gegen eine ganze Flut von Dämonen und korrumpierten Menschen stellen muss. Ein sehr dynamischer Spielablauf, sehr ansehnliche Figuren, ein höllischer Schwierigkeitsgrad und das Potential für unzählige Erweiterungen dürften dem Spiel viele Fans einbringen. Auch Zombicide mit seinen Seasons und dem Ableger Black Plague nimmt erstaunlich viel Raum ein – allerdings dürfte das Thema mittlerweile ziemlich durch sein. Mit Figuren in niedlicher Chibi-Optik präsentiert sich Arcadia Quest, bei dem ebenfalls schon einige Erweiterungen erschienen sind. Hier stellen die Spieler kleine Trupps aus Helden zusammen, bekämpfen die vom Spiel gesteuerten Monster und natürlich auch die Mitspieler. Über mehrere ineinander übergehende Szenarien sammeln die Spieler so Gold, Erfahrung und Gegenstände um ihre Helden kontinuierlich aufzuwerten. Das letzte „große“ Spiel, das ich mir anschaue ist Fireteam Zero, bei dem eine kleine Eliteeinheit Soldaten den okkulten Machenschaften der Nazis im Zweiten Weltkrieg Einhalt gebieten soll. Optisch und von der Ausstattung recht eindrucksvoll, thematisch nicht unbedingt originell bietet das Spiel für den Genrefreund dennoch eine willkommene Abwechslung.
Daneben hat der Verlag noch Dutzende Spiele aufgebaut, doch der Messetag neigt sich langsam dem Ende entgegen und ich habe praktisch nur vier der zwölf Hallen gesehen. 
Auch bei Verlagen wie Hutter Trade, Queen Games oder Abacusspiele reichte meine Zeit leider nur für ein kurzes Sichten der ausgestellten Neuheiten und einige kurze Notizen.


Einen Abstecher in die Halle 12 kann ich mir dennoch nicht verkneifen, haben sich doch hier Branchengrößen wie Lego, Revell oder Hasbro niedergelassen. Bei Lego liegt der Fokus natürlich auf den beiden Kinofilmen die in diesem Jahr anlaufen. Neben Batman- und Ninjago-Figuren erscheinen zudem noch zahlreiche andere Sets, so beispielsweise das Yellow Submarine der Beatles, Produkte aus dem Star Wars-Universum oder Gebäude aus der City-Serie. Entsprechend herrscht hier dichtes Gedränge und ich beschränke mich auf einen kurzen Blick in die Vitrinen. Eine etwas schräge Kombination liefert Hasbro mit den Geschützen aus der Nerf Nitro-Serie. Diese Kanonen nutzen nicht mehr die bekannten Pfeile, sondern feuern kleine, weiche Autos ab, die durch einen Parcours mit Hindernissen und Sprungschanzen fliegen. Ebenfalls sehr skurril ist Pipi Party, bei dem die Spieler vermeiden müssen, vom Wasserstrahl aus der kleinen Toilette getroffen zu werden. 
Schließlich setze ich meinen Weg zum Modellbauer Revell fort und bekomme dort tatsächlich etwas Neues zum Thema Warhammer 40.000 zu sehen. Die Kooperation mit dem Tabletophersteller Games Workshop trägt erste Früchte – Ork- und Space Marine-Bausätze zu günstigen Preisen werden zusammen mit Farben und Pinsel für den Einstieg ins Tabletop-Hobby angeboten. Ansonsten wächst das Sortiment der Star Wars-Raumschiffe beständig an, auch allerlei Fahrbares, von der winzigen Drohne bis zum massiven Tieflader ist zu sehen. Auf extra eingerichteten Probestrecken können die Besucher erste Fingerübungen mit der Fernsteuerung machen.
Für den Rückweg muss ich mich mittlerweile sputen, aber ich will die Messe nicht verlassen, ohne wenigstens kurz bei den Modelleisenbahnen vorbei zu schauen. Für ein Miniaturenprojekt benötige ich Material für einen Wasserfall und werde sowohl bei NOCH als auch bei Woodland Scenics fündig. Das freundliche Standpersonal bei letztgenanntem Aussteller gibt mir sogar eine kurze Anleitung um einen realistischen Wasserfall in kleinem Maßstab zu bauen
Die Messehalle hat sich merklich geleert als ich meine Sachen im Pressezentrum zusammensuche und mich Weg zum Pressetreffen zu machen. Dieser letzte Programmpunkt des Tages ist für mich eines der heimlichen Highlights der Messe. Hier hat man die Gelegenheit an leckeren Cocktails zu nippen, sich mit den Kollegen auszutauschen und schließlich noch eine Kleinigkeit zu essen.


Der Weg zum Bahnhof führt mich dann durch praktisch leere Hallen, nur an einigen wenigen Ständen wird mehr oder minder wild gefeiert. Ich nutze die relative Ruhe um noch einige letzte Eindrücke der diesjährigen Spielwarenmesse in mich aufzunehmen, bevor es auf die Heimfahrt geht.


Wie schon die Hinfahrt so verläuft auch die Heimreise schon beinahe erschreckend pünktlich und ohne größere Zwischenfälle. Auf die volltrunkene Dame, die sich zwei Reihen hinter mir unter ihren Sitz übergibt, hätte ich zwar ebenso verzichten können, wie auf die fünf lautstarken Jugendlichen, die mich an einem kurzen Schläfchen hindern.




Die Merchandise-Spirale dreht sich auch in diesem Jahr wieder kräftig. Die Vorreiterrolle übernimmt in dieser Hinsicht, wenig überraschend, die Star Wars-Serie. Praktisch kein Produkt, auf das nicht der markante Schriftzug oder das Konterfei eines Charakters aufgedruckt ist. Andere Filme aus dem Disney-Imperium stehen diesem allerdings kaum nach und aus jedem noch so obskuren Film wird ein Maximum an Lizenzgebühren herausgeholt. Die großen Comicverlage Marvel und DC nutzen diese Gelddruckmaschine ebenfalls um den Fans auch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen. Dabei empfinde ich manche Sachen zwar als nervig, aber durchaus nachvollziehbar, beispielsweise Action- oder Sammel-Figuren zu den Charakteren. In den letzten Jahren treibt diese Industrie aber vermehrt seltsame Blüten, wie den Fellhocker im Chewbacca-Design, den Strickpullunder für Iron Man oder einen aufblasbaren Deadpool, der eher Ähnlichkeit mit einer Sex-Puppe hat. Zahlreiche Fachvorträge zur Lizenzverwertung gehören folgerichtig zum normalen Messeprogramm und viele der ausliegenden Fachzeitschriften beschäftigen sich mit diesem Thema.


Vor allem interessant war für mich der plötzliche Umschwung, was die Schwerpunkte angeht: Waren letztes und vorletztes Jahr Zombies in allen möglichen Varianten unglaublich dominant vertreten, so gab es diesmal mit Zomlings nur einen Hersteller, der auf die Untoten gesetzt hatte. Stattdessen galoppierten an gefühlt jedem zweiten Stand Einhörner in den unterschiedlichsten Varianten durch die Deko. Ganz gleich ob als Kunststoff-Variante von Schleich, als korpulente Plüsch-Figur von Nici oder als Spielmais-Skulptur bei fischer. Natürlich beschwere ich mich nicht wirklich darüber, konnte ich doch zum Schluss keine Zombies mehr sehen, aber nach einem Tag Messe hat sich ein schreiendes Pink in meine Netzhaut gebrannt. Sogar vor meinem geliebten King of Tokyo machen die gehörnten Pferde nicht halt.
Von diesen kleinen Dämpfern abgesehen war die diesjährige Spielwarenmesse für mich eine durchaus gelungene Veranstaltung. Ich hatte die Gelegenheit eine ganze Menge Neuerscheinungen zu begutachten, mich teilweise sogar intensiver mit ihnen auseinander zu setzen. Zeit für das eine oder andere Schwätzchen blieb auch noch und schließlich konnte ich sogar einige wertvolle Mal- und Modellbautipps mit nach Hause nehmen. Nur ein Tag war (wie eigentlich jedes Jahr) deutlich zu wenig um sich auch nur einen groben Überblick über die ganzen Neuheiten zu verschaffen - manche Hallen durchquerte ich erst nach dem eigentlichen Messeschluss auf dem Heimweg zum ersten Mal. Vielleicht schaffe ich es ja doch irgendwann einmal zwei oder gar drei Tage in Nürnberg zu verbringen, allerdings müsste ich dafür jetzt schon Zimmer buchen, wie mir ein Bekannter sagte.


Die Organisatoren haben, soweit ich das beurteilen kann, in diesem Jahr wieder hervorragende Arbeit geleistet. Alle Abläufe gingen reibungslos vonstatten, weder gab es Gedränge an den Eingängen noch lange Warteschlangen vor den U-Bahn-Stationen; Hallenpläne, Ausstellerverzeichnisse und Neuheitenlisten waren nicht nur auf der Homepage vorhanden, sie lagen auch in den Messehallen selbst aus. Wer den rein elektronischen Weg bevorzugt, konnte mit der dazugehörigen App zusätzlich noch seine Termine koordinieren und entsprechende Anmerkungen eintragen.
Laut der Messe selbst wurde die guten Zahlen von Vorjahr nochmals übertroffen: gut 73.000 Besucher und beinahe 2.900 Aussteller haben die sechs Tage genutzt sich und ihre Produkte dem interessierten Fachpublikum zu präsentieren.

Sonntag, 29. Januar 2017

[Live-Hörspiel] The Call of Cthulhu
Freitag, 27. Januar 2017
Alfons-Jung-Saal, Wiesbaden


Vor einigen Wochen landete ein kleiner Flyer in meinem digitalen Postfach, auf dem sehr prominent der Titel The Call of Cthulhu prangte. Neugierig wie ich bin, folgte ich dem Link und fand heraus, dass es sich dabei um Werbung für ein Live-Hörspiel handelte. Stattfinden sollte das Ganze im Alfons-Jung-Saal, der Wiesbadener St. Bonifazius-Gemeinde zugehörig.

Obwohl ich mich relativ viel mit der Kulturlandschaft der hessischen Landeshauptstadt befasse, hatte ich bisher weder von diesem Saal, noch von der Existenz des Veranstalters, dem Kryptonite Radio Theater, etwas gehört. Bei dieser Gruppe handelt es sich, wie eine kurze Recherche ergab, um zumeist US-amerikanischen Schauspieler, die schon seit 2010 immer wieder Hörspiele auf die Bühne bringen. Ihr Repertoire umfasst dabei so unterschiedliche Stücke wie den Klassiker Casablanca, das Fantasy-Epos Dungeons & Demons oder King Kong.

Die Veranstaltung ist praktisch ausverkauft und ich bin froh, dass ich so früh vor Ort bin. Ein Platz in der zweiten Reihe erlaubt mir einen ungehinderten Blick auf die Bühne und ich kann mir mit ein wenig unauffälligem Geschiebe noch etwas mehr Beinfreiheit erarbeiten. Schnell besorge ich mir noch ein Getränk an der Bar, während sich der Saal immer weiter füllt. Ein kurzer Blick in die Runde zeigt ein ungewöhnlich gut durchmischtes Publikum – ich hatte dagegen mit deutlich mehr schwarz Gekleideten gerechnet.

Mit kurzer Verspätung stattet der frisch gewählte US-Präsident Donald Trump (Christopher Buhr) dem Saal einen kurzen Besuch ab, freut sich über die zahlreichen Besucher, die nur seinetwegen hier sind und äußert sich abfällig über das völlig überbewertete Kryptonite Radio Theater. Als musikalische Einleitung erzählt Diana Schupp noch über ihre kurze, tragische (aber durchaus komische) Liebesgeschichte mit einem Spanier, bevor es dann wirklich losgeht.

Die Rahmenhandlung beginnt in Boston mit den beiden Polizisten, Detective Jack Mallory (David Mark) und Sergeant Nick Hale (Andrew Graham), die zu einem Tatort gerufen werden. Bei dem bedauernswerten Mordopfer handelt es sich um Francis Weyland Thurston, den Erzähler aus H.P. Lovecrafts Call of Cthulhu. Während Hale den Fall als eher alltägliches Verbrechen ansieht, vertieft sich Mallory immer weiter in die gefundenen Unterlagen und erfährt auf diesem Weg von den Forschungen die Thurstons Onkel, der kürzlich verstorbene Anthropologe Professor George Gammel Angell, angestellt hat.
Zu diesem Zeitpunkt tritt die Rahmenhandlung mit den beiden Polizisten weit in den Hintergrund und die eigentliche Geschichte startet mit dem ersten Teil "The Horror in Clay". Dabei übernimmt Laura Helmke-Long die Rolle der Erzählerin, während der Rest des Ensembles in wechselnde Rollen schlüpft.
Eben jener Professor Angell bekommt im Jahr 1925 Besuch von dem jungen Bildhauer Henry Wilcox, der in einem Traum die Skulptur eines monströsen Wesens geschaffen hat, das er Cthulhu nennt. Der Wissenschaftler hat schon früher von einem Kult gehört, der sich um diese Kreatur gebildet hat. Die Träume des Künstlers intensivieren sich und der Professor protokolliert die Inhalte akribisch. Daneben sammelt er Zeitungsberichte und befragt Freunde und Bekannte und erkennt, dass auch andere Menschen auf der ganzen Welt ähnliche Träume haben.

Der zweite Abschnitt der Geschichte, "The Tale of Inspector Legrasse", macht einen Sprung zurück ins Jahr 1908. Hier erfährt Professor Angell zum ersten Mal vom Kult des Cthulhu durch Inspector Legrasse (Michael Lee). Dieser erzählt von mörderischen Ritualen in den Sümpfen von New Orleans und zeigt den versammelten Wissenschaftlern eine merkwürdige Statue. Diese Mischung aus Drache, Tintenfisch und Mensch ähnelt sehr der Skulptur des Bildhauers und stellt die Gelehrten vor ein Rätsel. Einzig Professor Webb, eine Autorität auf dem Gebiet der Anthropologie, hat eine ähnliche Abbildung vor 50 Jahren auf Grönland bei einem degenerierten Eskimo-Stamm schon einmal gesehen. Polizist und Wissenschaftler vergleichen ihre Erkenntnisse und kommen zu dem Schluss, dass es sich um einen weltweiten Kult handelt, der den Großen Alten Cthulhu anbetet.

Daran schließt sich ein weiterer Werbeblock an, gefolgt von einer kurzen Pause. Wie schon am Anfang gibt es einen Kommentar des Präsidenten und eine Episode aus dem Leben von Diana Schupp. Diesmal singt sie den Zuhörern aus ihren bewegten Karriere auf den Bühnen der Welt vor.

Die eigentliche Geschichte wird mit dem dritten und letzten Kapitel "The Madness from the Sea" abgeschlossen. Nach dem Tod seines Onkels geht Francis Thurston weiter den Berichten über den Kult nach und reist dabei nach Neuseeland und Australien. Dort soll der Seemann Johansen (Mike Riepl) leben, der auf seinen Reisen ein merkwürdiges Erlebnis hatte. Thurston folgt Johansens Spur nach Oslo, muss aber feststellen, dass der Mann mittlerweile unter merkwürdigen Umständen verstorben ist. Jedoch hinterließ er seiner Witwe (Anna Gardner) ein Tagebuch, mit den Ereignissen seiner letzten Reise.
Auf dem Weg nach Kalau wurde sein Schiff von degenerierten Kultisten angegriffen, jedoch konnten sie diese besiegen. An Bord des feindlichen Schiffes fand Johansen eine Statue, die eine frappierende Ähnlichkeit mit den Abbildungen aus Grönland und New Orleans hatte. Auf der Weiterreise landete das Schiff, die Alert, auf einer Insel, die offensichtlich durch ein Erdbeben an die Oberfläche gehoben wurde. Die überlebenden Seeleute erkundeten die Bauwerke auf der Insel und es gelang ihnen die Tür zu einem der Gebäude zu öffnen. Aus dieser Gruft kroch schließlich jene gewaltige Kreatur, die als Vorbild für die Statuen diente. Nur Johansen und einem weiteren Matrosen gelang die Flucht von der Insel, die anderen starben vor Schreck, wurden von dem Großen Alten getötet oder von den abstrakten Winkeln der Gebäude verschlungen. Der Eintrag endet mit der Beschreibung, dass Johansen sein Boot direkt in das Monster hinein steuert und es damit zerstört. Während sich Cthulhu wieder zusammensetzt gelingt den beiden Seeleuten die Flucht, doch sie verlieren über den Schrecken den Verstand. Während der Matrose Briden stirbt, überlebt Johansen und kehrt, getrieben von schrecklichen Alpträumen, in seine Heimat zurück. Doch schon nach kurzer Zeit kommt er bei einem Unfall ums Leben und alles was Thurston bleibt, sind die Einträge in dem Tagebuch.

Damit endet die ursprüngliche Geschichte Lovecrafts und die Rahmenhandlung mit den beiden Bostoner Polizisten tritt wieder in den Vordergrund. Während Mallory sich ganz in die Aufzeichungen des Verstorbenen vertieft hat, gelingt es Hale tatsächlich einen Verdächtigen im Hafen zu lokalisieren und die Gesetzeshüter machen sich auf den Weg, um den Kultisten zu verhaften...


Diese Vorstellung des Kryptonite Radio Theater basiert auf der Adaption der H.P. Lovecraft Historical Society, die schon mehrere Geschichten des Autors im Stil alter Radio-Hörspiele aufbereitet haben.
Die sechs Schauspieler schlüpfen in die unterschiedlichsten Rollen - in einem Moment ein tapferer Polizeibeamter, wenige Sekunden später ein degenierter Kultist, eine Krankenschwester, ein Gelehrter, ein Seemann oder ein Hillbilly. Aussprache und Akzente wechseln dabei ebenso schnell wie Kopfbedeckungen und Accessoires, die den Rollenwechsel weiter verdeutlichen. Auch Mimik und Körpersprache wechseln beständig und demonstrieren eindrucksvoll die Vielseitigkeit der Beteiligten. Während meist nur zwei oder drei Charaktere direkt eingebunden sind, gibt es mehrere Szenen, in denen das komplette Ensemble gefordert ist, beispielsweise bei der Erkundung der mysteriösen Insel oder beim Kampf gegen die degenerierten Kultisten in den Sümpfen.

Die dezente, aber sehr effektive, musikalische Untermalung kommt aus der Konverse, die Soundeffekte werden dagegen live von Anna Gardner erzeugt. Mit ihren Utensilien nimmt sie den kompletten rechten Bühnenrand ein und plantscht fast zwei Stunden lang in Wasser, raschelt mit Bändern, stößt Messer in Salatköpfe, schlägt Türen zu oder klopft auf unterschiedlichste Oberflächen.

Unterbrochen wird die Geschichte auch immer wieder durch kleine (und sehr lustige) Werbejingles, beispielsweise für die neue, noch schleimigere Frühstücks-Cerealie "Cthuloops" oder Schinken-Aroma aus der Sprühdose - zur Abwehr von Veganern und Vegetariern. Auch die Gesangseinlagen von Diana Schupp, wenn auch ohne cthuloiden Bezug, sind sehr gelungen und lockern das eigentlich finstere Stück auf.

Bisher hatte ich keine Vorstellung, wie ein Live-Hörspiel funktioniert. The Call of Cthulhu hat sich als wirklich großartige Mischung aus Theater und szenischer Lesung erwiesen, die sehr gut zu unterhalten weiß. Einerseits wurde die Horror-Geschichte stimmig und sehr atmosphärisch umgesetzt, andererseits nahmen sich die Beteiligten nicht zu ernst und sorgten zwischendurch immer wieder für Lacher. Dabei agierten die Schauspieler mit sichtlich Spaß an der Sache und bescherten so den Zuschauern einen wirklich gelungenen, unterhaltsamen Abend mit einer ungewöhnlichen Veranstaltung. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dem Kryptonite Radio Theater einen Besuch abgestattet habe.